Um sich unabhängiger vom Strommarkt zu machen und langfristig Energiekosten zu senken, setzen immer mehr Eigenheimbesitzer auf Photovoltaikanlagen. Dabei geraten neben den reinen Anschaffungskosten die Montagekosten häufig aus dem Blickfeld. Und das, obwohl sie einen wesentlichen Teil der Gesamtkosten darstellen. Wer fundierte Entscheidungen treffen will, sollte also nicht nur auf die Preise für die Photovoltaikmodule und die Einspeisevergütung für den Stromertrag achten, sondern auch die Installationskosten und deren Einflussfaktoren im Detail kennen.
Alles auf einen Blick:
- Bei den Montagekosten müssen Sie mit 30 bis 40 Prozent der Gesamtkosten rechnen, abhängig von Anlagengröße und Dachart.
- Sie machen somit einen wesentlichen Teil der Gesamtinvestition in eine PV-Anlage aus.
- Einflussfaktoren hierfür sind unter anderem der Dachtyp und die Leistung, aber auch regionale Unterschiede.
- Die PV-Montagearten bringen jeweils eigene Anforderungen mit sich, die sich ebenfalls auf die Kosten auswirken.
- In der Regel beträgt die Installationsdauer ein bis drei Werktage bei Einfamilienhäusern.
Kostenübersicht für Photovoltaik-Anlagen
| Kostenfaktor | Preis |
| durchschnittliche Montagekosten | ab 300 Euro pro kWp |
| Anteil der Montagekosten an der PV-Anlage | 10 bis 15 Prozent |
| Zusatzkomponenten | variabel |
| Handwerkerkosten | variabel |
| Förderersparnis | ab 25 Euro pro kWp |
Was kostet die Installation einer PV-Anlage?
Auch wenn die Anschaffungskosten plus Montagekosten zunächst hoch erscheinen können, relativieren sie sich durch die gesparte Netzstrommenge (gemessen in Kilowattstunden) und mögliche Förderungen. Entscheidend ist daher nicht nur der reine Preis pro Modul, sondern die ganzheitliche Betrachtung des Systems: von der Auswahl der Module bis hin zur professionellen Ausführung der Installation durch eine zertifizierte Fachfirma.
Die reinen Montagekosten liegen bei 300 bis 600 Euro pro Kilowattpeak (kWp). Hochgerechnet auf eine Photovoltaikanlage eines Einfamilienhauses, das etwa acht bis zwölf Kilowattpeak benötigt, müssen Sie mit Montagekosten von etwa rund 3.700 bis 6.000 Euro rechnen, da sich die Kosten pro installiertem Kilowattpeak mit zunehmender Anlagengröße oft verringern. Grund dafür sind geringere Kosten bei Planung, Logistik und Arbeitsaufwand.
Wie viel Prozent vom Gesamtanlagenpreis entfallen auf die Montagekosten?
Die Montagekosten machen durchschnittlich 10 bis 15 Prozent des Gesamtbudgets aus. Dieser Anteil kann je nach Dachbeschaffenheit, Anlagengröße und Region variieren. Je größer die Anlage, desto geringer ist der relative Montagekostenanteil, da Fixkosten wie Anfahrt, Gerüst und Baustellenkoordination auf mehr Leistung verteilt werden können. Bezieht man die anfallenden Zusatzkosten mit ein, dann können die Montagekosten auf 30 bis 40 Prozent steigen.
Welche Faktoren beeinflussen die Montagekosten?
- Dachgröße
- Anzahl und Art der zu installierenden Module
- Speicher
- Art und Komplexität der Montagesysteme
- Länge und Art der benötigten Verkabelung
- Gerüstaufbau, insbesondere ab einer Höhe von etwa drei Metern
- regionale Preisunterschiede der Handwerker
- mögliche Selbstleistungen
Die Montagekosten für Photovoltaikmodule machen einen wesentlichen Teil der Investition in eine Solaranlage aus und hängen von mehreren Faktoren ab, darunter die verfügbare Dachfläche, die gewünschte Nennleistung, die Qualität der verbauten Solarzellen sowie der Aufwand für die Installationsarbeiten selbst. Eine erfahrene Fachfirma oder ein qualifizierter Solarteur sorgt nicht nur für eine fachgerechte Installation, sondern kann auch die Verlegung der nötigen Solarkabel effizient umsetzen. Moderne Anlagen profitieren heute von technischen Fortschritten, die nicht nur den Wirkungsgrad der Module, sondern auch den Gesamtwirkungsgrad des Systems, insbesondere in Verbindung mit einem Solarstromspeicher, deutlich verbessern. Die passende Speicherkapazität ermöglicht es, einen größeren Anteil des erzeugten Stroms für den eigenen Bedarf zu nutzen und den Eigenverbrauch zu maximieren, was wiederum langfristig die Betriebskosten senkt.
Wie wirkt sich der Dachtyp auf den Preis aus?
Der Dachtyp hat einen erheblichen Einfluss auf die Kosten einer PV-Anlage [LINK]. Auch die Erreichbarkeit des Dachs, eventuelle Dachgauben oder Dachfenster sowie bestehende Hindernisse beeinflussen den Aufwand und damit den Preis.
| Dachart | Besonderheiten |
| Steildach | Steildächer wie zum Beispiel Satteldächer mit klassischen Ton- oder Betondachziegeln sind in der Regel am kostengünstigsten zu bearbeiten. Die Befestigung von PV-Modulen erfolgt mit standardisierten Dachhaken und Montageschienen. Dafür sind keine größeren baulichen Anpassungen notwendig. Bei Steildächern wird normalerweise ein Gerüst benötigt, um die Montage vorzunehmen. Das wirkt sich bei den Kosten zusätzlich aus. |
| Flachdach | Flachdächer erfordern bei der Installation von Solaranlagen deutlich aufwendigere und damit meist auch teurere Montagesysteme. Verwendet werden Aufständerungssysteme, um den optimalen Neigungswinkel zu erzielen. |
| Blechdach | Bei einem Blechdach werden in der Regel spezielle Klemmen verwendet. Dazu muss sichergestellt werden, dass die Unterkonstruktion tragfähig ist. |
Wie wirkt sich die Anlagenleistung auf die Kosten einer PV-Anlage aus?
Die Leistung einer Photovoltaikanlage hat einen direkten Einfluss auf ihre Kostenstruktur. Grundsätzlich gilt: Eine größere Anlagenleistung bedeutet in der Regel, dass mehr Solarmodule installiert werden müssen. Das führt zwar zu höheren Gesamtkosten, aber nicht zwangsläufig zu höheren Kosten pro installiertem Kilowattpeak. Ein wesentlicher Grund dafür ist die bessere Verteilung der Fixkosten bei größeren Anlagen. Zu den Fixkosten zählen beispielsweise
- Planung,
- Netzanschluss,
- Gerüstbau,
- Wechselrichter,
- Montagearbeiten und
- administrative Aufwände wie Genehmigungen.
Diese Kosten fallen unabhängig davon an, ob die Anlage wenig oder viel leistet, sie verteilen sich bei größeren Anlagen aber auf mehr Leistungseinheiten. Mit zunehmender Anlagengröße sinken damit die spezifischen Kosten pro installiertem Kilowattpeak. Während bei kleinen Anlagen die Fixkosten einen relativ großen Anteil an den Gesamtkosten ausmachen, relativieren sie sich bei größeren Systemen, was die Wirtschaftlichkeit verbessert. Zusätzlich können bei größeren Projekten oft bessere Einkaufskonditionen für Module und Komponenten erzielt werden, was die Gesamtkosten weiter senkt.
Wie wirkt sich die Verkabelung auf die Kosten für eine PV-Anlage aus?
Die Verkabelung ist ein wichtiger Kostenfaktor bei der Installation einer Photovoltaikanlage. Sie beeinflusst die Gesamtinvestition sowohl durch Materialkosten als auch durch den Arbeitsaufwand. Vor allem die Länge der Kabelwege, also der Abstand zwischen den Solarmodulen, dem Wechselrichter und dem Stromanschluss im Haus, spielt dabei eine große Rolle.
Je länger diese Wege sind, desto mehr Material wird gebraucht. Je nach Gebäude können zusätzliche Arbeiten nötig sein, zum Beispiel das Verlegen von Kabelkanälen oder das Durchbohren von Wänden. Das erhöht den Aufwand und damit auch die Kosten. Im Allgemeinen können Sie davon ausgehen, dass die Verkabelung zehn bis fünfzehn Prozent der Gesamtkosten ausmacht. Ein Fachbetrieb hilft Ihnen dabei, die Stromwege möglichst effizient zu planen.
Wie stark sinken die Montagekosten mit größeren Anlagen?
Mit zunehmender Anlagengröße sinken in der Regel die Montagekosten pro Kilowattpeak. Während bei kleineren Anlagen mit etwa 5 kWp durchschnittlich rund 500 bis 600 Euro pro kWp anfallen, liegen die Montagekosten bei einer 10-kWp-Anlage häufig nur noch bei 400 bis 500 Euro pro Einheit. Dieser Rückgang ist vor allem auf sogenannte Skaleneffekte zurückzuführen: Bei größeren Anlagen können Arbeitsprozesse effizienter gestaltet werden, etwa durch den Einsatz von Montageteams. Sie arbeiten parallel, Fixkosten wie die Anfahrt verteilen sich auf mehr Leistungseinheiten. Während dann ein Teil des Teams die Module auf dem Dach montiert, kümmert sich ein anderer bereits um die Verkabelung oder den Wechselrichteranschluss. Dadurch verkürzt sich auch die Gesamtbauzeit sowie der Mietzeitraum des Gerüsts.
Übersicht: Montagekosten nach Anlagengröße
| Anlagengröße | Montagekosten | Preis pro Kilowattpeak |
| 4 Kilowattpeak | 2.400 Euro | 600 Euro |
| 5 Kilowattpeak | 2.500 bis 3.000 Euro | 500 bis 600 Euro |
| 6 Kilowattpeak | 3.000 bis 3.600 Euro | 500 bis 550 Euro |
| 7 Kilowattpeak | 3.400 bis 4.100 Euro | 485 bis 585 Euro |
| 8 Kilowattpeak | 3.680 bis 4.500 Euro | 460 bis 565 Euro |
| 9 Kilowattpeak | 3.870 bis 4.800 Euro | 430 bis 535 Euro |
| 10 Kilowattpeak | 4.000 bis 5.000 Euro | 400 bis 500 Euro |
| 11 Kilowattpeak | 4.180 bis 5.500 Euro | 380 bis 500 Euro |
| 12 Kilowattpeak | 4320 bis 6.000 Euro | 360 bis 500 Euro |
Die in unseren Beispielen genannten Preise dienen lediglich der Orientierung und spiegeln typische Marktpreise wider. Tatsächliche Kosten können je nach Region, Dachbeschaffenheit, Anlagengröße, Montageaufwand und individuellen Anforderungen deutlich abweichen. Auch saisonale Schwankungen oder regionale Verfügbarkeiten können den Endpreis beeinflussen. Für eine verbindliche Kalkulation ist daher stets ein individuelles Angebot eines Fachbetriebs erforderlich.Um teils unübersichtliche Angebote auch wirklich kompetent vergleichen zu können, stellt die Verbraucherzentrale NRW eine Checkliste zur Verfügung.
Was ist im Montagepreis enthalten und was nicht?
Der Begriff „Montagepreis“ ist nicht einheitlich definiert. Daher sollten Sie genau prüfen, welche Leistungen der Fachbetrieb in seinem Angebot inkludiert und welche separat berechnet werden. Entscheidend für eine detaillierte und transparente Übersicht ist, ob Sie ein Pauschalangebot oder eine aufgeschlüsselte Positionierung erhalten. Nur Letzteres erlaubt einen echten Preisvergleich.
Übersicht: inklusive und optionale Montageleistungen
| im Montagepreis enthalten | im Montagepreis nicht enthalten |
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Auf diese Zusatzkosten sollten Sie im Angebot achten
- Gerüstbau und Sicherheitsmaßnahmen: Für Arbeiten an Steildächern oder schwer zugänglichen Bereichen ist meist ein Gerüst oder eine Absturzsicherung notwendig.
- Planung und Ausmessen: Eine professionelle Planung beinhaltet das präzise Ausmessen des Dachs, die Erstellung technischer Zeichnungen und gegebenenfalls eine statische Vorprüfung.
- Montagesysteme/Unterkonstruktionen: Je nach Dachart und Anlagengröße variieren die Kosten für Schienensysteme, Halterungen und Klemmen.
- Verkabelung und Elektroarbeiten: Dazu zählen nicht nur die Verlegung von DC- und AC-Kabeln, sondern auch eventuelle Erweiterungen im Sicherungskasten oder die Anpassung des Hausanschlusses. Je nach Anlagenkonzept können weitere Systeme wie Batteriespeicher, Überspannungsschutz oder Smart-Home-Anbindungen erforderlich sein.
- Abnahme und Netzanschluss: Vor der Inbetriebnahme ist oft eine Abnahme durch den Netzbetreiber notwendig, gegebenenfalls mit separaten Gebühren.
- regionale Unterschiede: Lohnkosten, Anfahrtswege und bauliche Erreichbarkeit beeinflussen die Endkosten deutlich, insbesondere in Städten oder abgelegenen Lagen.
- Sonderanforderungen: Bei denkmalgeschützten Gebäuden oder schwierigen Dachkonstruktionen (z. B. Gauben, Aufbauten) entstehen durch spezielle Befestigungssysteme zusätzliche Kosten.
Zusatzkosten bei der PV-Montage im Überblick
| Zusatzleistung | Preisspanne |
| Gerüstbau und Sicherheitsmaßnahmen | 90 bis 140 Euro |
| Planung, Ausmessen und Statikprüfung | 1.000 bis 3.000 Euro (pauschal) |
| Montagesystem/Unterkonstruktion | 180 bis 220 pro Kilowattpeak |
| Verkabelung und Elektroarbeiten | 70 bis 150 Euro pro Kilowattpeak |
| Stromspeicher | circa 75 bis 100 Euro pro kWh |
| Abnahme und Netzanschluss | 800 bis 1.800 Euro (pauschal) |
| Stromzähler | 50 bis 100 Euro (jährlich) |
| Zusatzkosten durch regionale Faktoren | variabel |
Wie kann ich ungeplante Zusatzkosten vermeiden?
Seriöse Anbieter sehen sich das Dach vor Vertragsabschluss an, um die anstehenden Arbeiten und die notwendigen Investitionskosten konkret einzuschätzen. Achten Sie dennoch im Angebot auf Begriffe wie „bauseits gestellt“ oder „nicht enthalten“. Diese deuten darauf hin, dass bestimmte Leistungen durch andere Gewerke erbracht oder zusätzlich berechnet werden. So ist beispielsweise der Netzanschluss oft bewusst ausgeschlossen, da dieser durch den lokalen Netzbetreiber erfolgt. Klären Sie vorab, wer diese Aufgabe übernimmt.
An der falschen Stelle sparen Sie, wenn Sie bei einer Anschaffung in der Höhe auf die jährliche Wartung verzichten. Denn nur so können Probleme sofort behoben werden, bevor der Schaden teuer wird.
Was kostet eine Komplettmontage inklusive Komponenten?
Unter einer Komplettmontage versteht man die schlüsselfertige Lieferung und Installation aller Systemkomponenten, wobei zu unterscheiden ist, ob die Anlage mit oder ohne einen Speicher betrieben wird. Mit Montage kostet eine durchschnittliche Fünf-Kilowattpeak-PV-Anlage rund 13.500 Euro netto, eine Zehn-Kilowattpeak-PV-Anlage 18.500 Euro und eine Anlage mit mehr als 20 Kilowattpeak mehr als 35.000 Euro – immer abhängig davon, welche Arbeiten erledigt werden müssen und wie die Preisgestaltung des Unternehmens aussieht. Übrigens: Manche Anbieter arbeiten mit Systemkomponenten eines Herstellers. Das garantiert zwar optimale Kompatibilität, reduziert aber die Auswahlmöglichkeiten und erschwert die preisliche Gestaltung.
Wie lange dauert die Installation?
Die Regelzeit für die Montage beträgt ein bis drei Tage. Komplexere Dächer oder schwierige Bedingungen können unter Umständen auch mehr Zeit in Anspruch nehmen. Die durchschnittliche Vorlaufzeit liegt bei vier bis acht Wochen. In Spitzenzeiten, wie etwa im Sommer, kann es deutlich länger dauern. Aus diesem Grund ist eine rechtzeitige Planung wichtig, um pünktlich zu mehr Sonnenschein mit der Photovoltaikanlage starten zu können.
Typischer Montageablauf
- Tag 1: Aufbau Gerüst, Anlieferung Material
- Tag 2: Montage der Unterkonstruktion und Module
- Tag 3: Elektroinstallation, Prüfung und Inbetriebnahme
Zeitverzögerungen entstehen meist durch Wetterumschwünge oder fehlende Koordination zwischen Dachdecker und Elektriker. Wenn Sie sich direkt an einen sogenannten Solarteur wenden, haben Sie dieses Problem nicht.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die PV-Montage?
Der optimale Zeitpunkt für die Montage einer Photovoltaikanlage hängt nicht nur vom Wetter ab, sondern auch von der Auslastung der Fachbetriebe und damit direkt von den Kosten. Um möglichst günstige Konditionen zu erhalten, empfiehlt es sich, den Herbst ins Auge zu fassen. In dieser Jahreszeit ist die Nachfrage erfahrungsgemäß geringer als im Frühjahr oder Sommer, was zu kürzeren Wartezeiten und teils besseren Preisangeboten führen kann. Im Frühjahr und Sommer hingegen sind viele Betriebe stark ausgelastet, da in diesen Monaten die meisten Bau- und Sanierungsprojekte stattfinden. Das führt häufig zu längeren Vorlaufzeiten und höheren Preisen, insbesondere wenn kurzfristige Installationen gewünscht sind. Auch bei der Materialverfügbarkeit kann es in der Hochsaison zu Engpässen kommen, was Zeit und Geld kostet. Wenn Sie die Anlage über den Jahreswechsel ans Netz zu bringen, dann können Sie von steuerlichen Vorteilen in beiden Kalenderjahren profitieren.
Welche Fehler sollte man bei der Installation einer PV-Anlage vermeiden?
| Fehler | Ursache | Folge |
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Lassen Sie sich die komplette Montage mit Fotos, Checklisten und Prüfprotokollen dokumentieren. Diese Unterlagen sind später entscheidend für Garantieansprüche oder bei einem Weiterverkauf des Hauses.
Wie kann ich bei der Montage meiner Solaranlage Kosten sparen?
Eine der effektivsten Methoden zur Kostensenkung rund um Photovoltaik ist die Kombination von Arbeiten: Wenn beispielsweise gleichzeitig eine Dachsanierung ansteht, können sich Montagekosten reduzieren, da Gerüst und Arbeitskräfte bereits vor Ort sind. Gleiches gilt für den parallelen Einbau von Batteriespeichern oder Smart-Home-Komponenten. Auch Sammelinstallationen bieten Einsparpotenziale. Stimmen Sie sich mit Nachbarn oder Eigentümergemeinschaften ab: Viele Fachfirmen gewähren bei mehreren gleichzeitigen Montagen in derselben Straße Paketpreise oder Mengenrabatte. Das reduziert nicht nur die Fixkosten, sondern vereinfacht auch die Koordination mit dem Netzbetreiber. Wenn Sie handwerklich geschickt sind, lassen sich einzelne vorbereitende Arbeiten auch in Eigenregie übernehmen, wie beispielsweise das Verlegen von Leerrohren oder die Gerüstvorbereitung. Allerdings sollten Sie mit dem Fachbetrieb klar abstimmen, welche Leistungen bauseits erbracht werden dürfen und welche aus Sicherheitsgründen zwingend vom Installateur übernommen werden müssen.
Photovoltaik: Gibt es Förderungen?
In Deutschland stehen dafür verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung und zwar auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Zu den wichtigsten zählt die Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), die Ihnen für den pro Kilowattstunde ins Netz eingespeisten Solarstrom eine feste Vergütung über 20 Jahre sichert. Diese Lösung lässt sich gut mit einem Stromspeicher kombinieren.
Zusätzlich profitieren Betreiber privater PV-Anlagen seit 2023 von der Mehrwertsteuerbefreiung auf Anschaffung und Installation. Der Kauf erfolgt somit zum Nettopreis. [2] Darüber hinaus bieten einige Bundesländer und Städte regionale Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite an, etwa für die Kombination aus Photovoltaik und Speicher oder für besonders nachhaltige Bauprojekte. Zur wichtigsten Förderungen für Photovoltaikanlagen zählt die der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die zinsgünstige Kredite und Investitionszuschüsse für Solaranlagen anbietet. [3] Welche Programme konkret in Frage für Sie kommen, hängt vom Standort, der Anlagengröße und dem geplanten Nutzungskonzept ab und vom aktuellen Stand in der Förderlandschaft, die sich ständig ändert. Eine individuelle Beratung durch die Installationsfirma oder eine unabhängige Energieberatung ist deshalb immer empfehlenswert.
Kann ich die Montage meiner PV-Anlage selbst übernehmen?
Die eigenständige Montage einer Photovoltaikanlage durch Sie selbst ist theoretisch möglich. Gesetzlich besteht keine Pflicht, dass Sie die Installation in Fachhände abgeben müssen. Anders sieht es allerdings beim Anschluss der Anlage an. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass alle elektrischen Arbeiten im Zusammenhang mit Netzanschlüssen ausschließlich von zertifizierten Elektrofachkräften durchgeführt werden dürfen. Für PV-Anlagen ist also immer ein eingetragener Elektriker erforderlich, sowohl aus Sicherheits- als auch aus Versicherungs- und Zulassungsgründen. Eine Eigenmontage kann den Verlust Ihrer Garantie- und Gewährleistungsansprüche bedeuten. Weiterhin können auch Förderungen versagt werden, weil die Förderprogramme und Versicherer die fachgerechte Ausführung durch einen eingetragenen Fachbetrieb zwingend voraussetzen. Auch im Schadensfall kann eine unsachgemäße Montage zu erheblichen rechtlichen und finanziellen Konsequenzen führen, etwa bei einem Brand infolge fehlerhafter Anschlüsse.

Diese 5 Dinge sollten Sie beachten
- Ein optimaler Ertrag hängt bei Photovoltaik stark von der Himmelsrichtung und der Dachneigung ab. Auch wenn Südausrichtungen ideal sind, können Ost-West-Installationen mit intelligenter Verschaltung oder Batteriespeicher ebenfalls lohnenswert sein. Eine schlechte Ausrichtung verringert nicht nur die Energieausbeute, sondern auch die Wirtschaftlichkeit der Solaranlage.
- Unabhängig von Förderungen oder Netzanschluss ist jede PV-Anlage in Deutschland meldepflichtig. Die Registrierung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur ist verpflichtend, bei fehlender Anmeldung droht der Verlust der Einspeisevergütung. Achten Sie darauf, dass diese Aufgabe entweder von Ihrem Fachbetrieb übernommen oder rechtzeitig von Ihnen selbst erledigt wird.
- Nicht nur Module und Wechselrichter, auch Unterkonstruktionen, Schienensysteme und Befestigungsmaterial sollten langlebig und wetterfest sein. Minderwertige Bauteile führen langfristig zu Korrosion, Undichtigkeiten oder instabiler Befestigung mit teuren Folgen.
- Nicht jede Wohngebäudeversicherung deckt Schäden durch Sturm, Hagel oder Vandalismus an PV-Anlagen automatisch ab. Es kann sinnvoll sein, eine spezielle Photovoltaikversicherung abzuschließen, die auch Ertragsausfälle oder Montagefehler mit einschließt.
- Auch nach der Installation braucht Ihre Anlage Pflege. Achten Sie darauf, dass der Anbieter Ihnen ein passendes Wartungspaket anbietet oder zumindest Informationen über Reinigungsintervalle, Sichtprüfungen und Monitoring rund um Photovoltaik liefert. Denn nur eine gut gewartete Anlage bleibt langfristig effizient und sicher.
Fazit
Die Montage ist keine Nebensache, sondern wichtig, wenn es um zuverlässige Solarstromerzeugung über Jahrzehnte hinweg geht. Die Montagekosten einer PV-Anlage sind ein entscheidender Faktor bei der Gesamtinvestition und oft unterschätzt. Wenn Sie allerdings strukturiert planen, Anbieter vergleichen und auf zertifizierte Fachfirmen setzen, können Sie nicht nur Kosten sparen, sondern auch rechtliche, sicherheitstechnische und qualitative Risiken vermeiden.
PV-Anlage Montage Kosten: Häufig gestellte Fragen
Wie finde ich einen qualifizierten Fachbetrieb für die Montage?
Achten Sie auf Mitgliedschaften in Fachverbänden wie Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH), prüfen Sie Zertifikate (z. B. VDE oder TÜV) und fordern Sie Referenzen an. Gute Anbieter legen transparente Angebote vor und bieten oft Wartung und Monitoring gleich mit an.
Welche Garantie gilt für die Montagearbeiten?
In Deutschland gilt die gesetzliche Gewährleistungspflicht von fünf Jahren für Handwerksleistungen. Viele Fachbetriebe bieten zusätzlich freiwillige Garantien an, besonders in Verbindung mit Wartungsverträgen oder Komplettlösungen.
Muss ich für die Montage einer PV-Montage eine Baugenehmigung einholen?
In den meisten Bundesländern ist für die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach keine Baugenehmigung erforderlich. Ausnahmen gelten jedoch für denkmalgeschützte Gebäude, Gebäude in Erhaltungs- oder Sanierungsgebieten, bei Freiflächen oder bei besonderen Bauformen wie Fassadenanlagen. In solchen Fällen kann eine Genehmigungspflicht bestehen. Es empfiehlt sich, die zuständige Baubehörde frühzeitig zu kontaktieren, um Unsicherheiten zu vermeiden.
Quellen
[1] Bundesnetzagentur – EEG-Förderung und -Fördersätze. (o. J.). Bundesnetzagentur.de. Abgerufen 6. August 2025, von https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/ErneuerbareEnergien/EEG_Foerderung/start.html
[2] „FAQ ‚Umsatzsteuerliche Maßnahmen zur Förderung des Ausbaus von Photovoltaikanlagen‘ – Bundesfinanzministerium – Service“. Bundesministerium der Finanzen, https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/FAQ/foerderung-photovoltaikanlagen.html. Zugegriffen 4. August 2025.
[3] Kfw.de, https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Unternehmen/Energie-Umwelt/F%C3%B6rderprodukte/Erneuerbare-Energien-Standard-(270). Zugegriffen 4. August 2025.