Eine Photovoltaikanlage erzeugt sauberen Strom direkt vom eigenen Dach, schont die Umwelt und reduziert die Abhängigkeit von schwankenden Strompreisen. Dennoch können die praktische Umsetzung, mögliche Wartungen und besonders die hohen Anschaffungskosten, selbst mit staatlicher oder regionaler Förderung, zunächst abschreckend wirken. Im Jahr 2016 entschied sich Daniel Sortino gemeinsam mit seiner Familie dennoch für eine PV-Anlage auf ihrem Reiheneckhausdach. In diesem Erfahrungsbericht teilt er hilfreiche Einblicke in die Planung, den Aufbau und die langfristigen Vorteile der PV-Anlage für den Eigenverbrauch.
Was hat Sie persönlich zum Kauf einer Photovoltaikanlage bewegt?
Die Hauptgründe für die Anschaffung einer eigenen Photovoltaikanlage waren der Wunsch, einen persönlichen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Außerdem war auch langfristig geplant, später eine Klimaanlage zu installieren und eine Wallbox für ein E-Auto in Betrieb zu nehmen.
Wie haben Sie mit der Informationsbeschaffung zum Thema PV-Anlage begonnen?
Die Recherche zur Photovoltaikanlage erfolgte im ersten Schritt ausschließlich über das Internet. Dabei hab ich vor allem Vergleichsportale, Google-Suche nach Installateuren sowie die Websites der jeweiligen Anbieter genutzt.
Gab es Bedenken oder Unsicherheiten, die Sie vor einer so großen Investition hatten?
Vor der Anschaffung war unklar, ob der Ertrag auf dem relativ kleinen Dach ausreichen würde, um einen wirtschaftlich sinnvollen Betrieb zu gewährleisten, und wie sich die eingeschränkten Erweiterungsmöglichkeiten dann später auswirken könnten. Außerdem stellte sich auch die Frage, ob es nicht sinnvoll wäre, mit der Installation zu warten, bis die Leistung pro Modul steigt. Eine wichtige Rolle bei den Überlegungen spielte damals auch der noch hohen Preis für einen Batteriespeicher.
Von welcher Dachgröße sprechen wir denn?
Das Flachdach misst etwa 15 Quadratmeter und ist mit insgesamt 12 PV-Modulen in Ost-/West-Ausrichtung ausgestattet. Fünf Jahre später wurde auf der Dachterrasse ein zusätzliches Vordach installiert, auf dem weitere 8 PV-Module montiert wurden. Diese nehmen eine rund 13 Quadratmeter große Fläche ein und sind flach in Richtung Süden angebracht.
Haben Sie sich schlussendlich für PV mit oder ohne Speicher entschieden?
Wir haben uns am Ende für eine Photovoltaikanlage mit Speicher entschieden, mussten jedoch aufgrund der damals hohen Kosten eine Variante mit geringerer Kapazität wählen. Ein Stromspeicher mit mehr Kilowattstunden wäre zwar wünschenswert gewesen, um die erzeugte solare Energie größtenteils für den eigenen Verbrauch zu nutzen und möglichst wenig Solarstrom ins öffentliche Netz einzuspeisen. Der Einspeisepreis für Solarstrom war im Jahr 2016 im Vergleich zu heute zwar deutlich höher, dennoch lohnte sich das wirtschaftlich nur bedingt.
Wie sind Sie generell bei Auswahl Ihrer PV-Anlage vorgegangen? Auf welche Kriterien haben Sie beim Angebotsvergleich besonders geachtet?
Die Auswahl der Solaranlage erfolgte nach einer umfassenden Beratung durch den letztlich beauftragten Installationsbetrieb, der kompetent auf unsere individuellen Anforderungen einging. Besonders wichtig war dabei, dass das Gesamtangebot fair gestaltet ist. Dazu zählte, dass die Preise für Module, Wechselrichter und Speicher beim Kauf über den Installateur nicht überhöht sind. Außerdem sollte der Gesamtpreis für die gesamte Anlage im Vorfeld fest vereinbart und ein verbindlicher Montagetermin zugesichert werden.
Wie verlief die Installation Ihrer PV-Anlage? Gab es besondere Herausforderungen?
Die Montage der Photovoltaikanlage auf dem Dach verlief planmäßig innerhalb eines Tages und das alles auch ohne jegliche Komplikationen. Es gab vor der Erstinstallation auf dem Flachdach sowie vor der späteren Montage auf dem Terrassendach jeweils noch einen Vor-Ort-Termin. Die Statik stellte in beiden Fällen keine Herausforderung dar. Wesentlich relevanter war die Frage der fachgerechten Verkabelung zur Batterie im Erdgeschoss, die frühzeitig berücksichtigt werden musste.

Wer fundierte Entscheidungen treffen will, sollte also nicht nur auf die Preise für die Photovoltaikmodule und die Einspeisevergütung für den Stromertrag achten, sondern auch die Installationskosten und deren Einflussfaktoren im Detail kennen.
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Seit wann genau nutzen Sie bereits Photovoltaik und betreiben Sie Ihre Anlage mittlerweile mit einer Wallbox oder anderen Systemen wie einer Wärmepumpe?
Die Erstinstallation von Solarmodulen, Stromspeicher und Wechselrichter erfolgte Mitte 2016. Im Jahr 2021 wurde die Anlage mit den PV-Modulen auf dem Terrassendach erweitert und um eine Wallbox ergänzt. Für die Erweiterung waren ohnehin zusätzliche Elektroarbeiten erforderlich, also habe ich die Installation der Wallbox direkt damit verbunden, auch wenn noch nicht absehbar war, wann ich selbst ein E-Auto nutzen werde, da die aktuellen Angebote an E-Fahrzeugen und die Ladeinfrastruktur noch nicht vollständig überzeugen. Die Wallbox wurde bislang nur temporär für circa 8 Monate von unserer Nachbarin genutzt. Ende 2023 wurde außerdem eine Klimaanlage installiert, die optimal zum PV-Betrieb passt.
Haben Sie Fördermittel oder Zuschüsse in Anspruch genommen?
Bei der Montage der ersten Module wurden keine Förderungen oder Zuschüsse in Anspruch genommen. Damals musste die Solaranlage noch als Gewerbe angemeldet werden und daher kam ledglich eine steuerliche Abschreibung in Betracht. Für die erstmalige steuerliche Berechnung war dann die Unterstützung eines Steuerberaters notwendig. Zum Zeitpunkt der geplanten Erweiterung der PV-Anlage gab es jedoch eine vorteilhafte Förderung für Wallboxen.
Mussten Sie für die Installation eine Genehmigung einholen und wie verlief die Anmeldung bei Anlaufstellen wie dem Netzbetreiber und dem Marktstammdatenregister?
Für die Installation der Solaranlage war in unserem Fall keine Genehmigung erforderlich, da es sich um ein eigenes Reiheneckhaus handelt. Bei der Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister erhielt ich ein wenig Unterstützung durch den Installateur, allerding hätte diese umfangreicher und hilfreicher sein können.
Was genau hätten Sie sich vom Dienstleister hierbei gewünscht?
Hilfreich wäre ein Ausfüll- und Anmeldeservice für das Marktstammdatenregister gewesen, da nicht alle Schritte selbsterklärend waren. Zusätzlich hätte eine Beratung zu passenden KfW-Darlehen sowie zu anderen bestehenden Förderprogrammen Sinn gemacht. Auch eine steuerliche Beratung oder zumindest ein Kooperationspartner wäre bei der Installation der ersten Module ebenfalls wünschenswert gewesen, da die Anlage damals als Gewerbe angemeldet werden musste und in den ersten Jahren steuerliche Abschreibungen anfielen. Später, als es keine Verpflichtung mehr gab, PV als Gewerbe zu führen, habe ich gewechselt, da der Aufwand zu hoch war.
Wie viel Zeit verging von der Auftragserteilung bis zur endgültigen Inbetriebnahme der Anlage?
Bis wir die erzeugte Solarenergie vom eigenen Dach auch tatsächlich für den Eigenverbrauch nutzen konnten, vergingen von der Auftragserteilung bis zur endgültigen Inbetriebnahme rund drei Monate.
Konnten Sie seit der Inbetriebnahme denn eine spürbare Einsparung bei Ihren Stromkosten feststellen? Nach welchem Zeitraum erwarten Sie, dass sich die Anlage amortisiert hat?
Ja, durch den Verbrauch des eigenen Solarstroms konnten bereits deutliche Einsparungen erzielt werden und das selbst bei dieser vergleichsweise kleinen PV-Anlage. Die Kostenersparnis liegt bei rund 50 Prozent. Durch die Einspeisevergütung, die anfänglichen steuerlichen Abschreibungen und den späteren Ausbau der Solaranlage dürfte sich der erste Anlagenteil bereits nach etwa 8 Jahren amortisiert haben. Insgesamt wird die vollständige Amortisation voraussichtlich nach rund 13 Jahren erreicht sein.
Welche Empfehlungen würden Sie anderen mit auf den Weg geben, die über den Kauf einer PV-Anlage nachdenken?
Mein wichtigster Tipp ist, das Thema Photovoltaik systemisch zu betrachten, also im Zusammenhang mit möglichen weiteren Komponenten wie Klimaanlage, Wallbox, Wärmepumpe oder anderen Systemen. Zudem empfehle ich für die Planung, Berechnung und Installation einen Full-Service-Anbieter in der Nähe zu wählen. In meinem Fall war das der Betrieb iKratos, den ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann. Außerdem sollte man sich unbedingt vorab über die aktuellen Förderungen für erneuerbare Energien und deren aktuelle Voraussetzungen informieren.