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Anlagenplanung & Installation

PV-Anlage Größe berechnen: Die richtige Dimensionierung von Photovoltaikanlagen

Kathrina Haunfelder
Verfasst von Kathrina Haunfelder
Zuletzt aktualisiert: 17. Dezember 2025
Lesedauer: 25 Minuten
© Leesle / istockphoto.com

Aufgrund gesetzlicher Vorgaben sowie wirtschaftlicher und ökologischer Vorteile entscheiden sich immer mehr Hausbesitzer für die Installation einer eigenen PV-Anlage. Doch wie groß sollte eine Anlage dimensioniert sein, damit sie den Eigenverbrauch zuverlässig abdeckt und sich langfristig lohnt? Die richtige Größe beeinflusst nicht nur die Effizienz der Stromerzeugung, sondern auch den Autarkiegrad und die Wirtschaftlichkeit der Investition. Eine größere Solaranlage bedeutet dabei nämlich nicht automatisch einen höheren Nutzen. Entscheidend sind vielmehr eine realistische Berechnung des Stromverbrauchs sowie die baulichen Voraussetzungen wie Dachfläche und Ausrichtung.

Alles auf einen Blick:

  • Eine optimal dimsionierte PV-Anlage maximiert den Energieertrag, den Eigenverbrauch und die Wirtschaftlichkeit der Anschaffung.
  • Ist die Solaranlage zu klein, deckt sie nicht Ihren Bedarf und ist sie zu groß ausgelegt, verursacht sie nur höhere Kosten.
  • Die wichtigsten Einflussfaktoren für die Berechnung der optimalen Anlagengröße sind Stromverbrauch, Dachfläche, Ausrichtung und Standort.
  • Die Einheit Kilowattpeak (kWp) gibt an, wie viel Leistung eine Anlage bei optimaler Sonneneinstrahlung liefert.
  • Für eine erste Einschätzung können Sie die geeignete Anlagengröße mithilfe von Faustformeln sowie Solarrechner online bestimmten, wobei für ein exaktes Ergebnisse nur die Berechnung durch einen Profi in Frage kommt.

Warum ist die richtige Dimensionierung einer PV-Anlage so wichtig?

Die Größe entscheidet über die langfristige technische und wirtschaftliche Effizienz Ihrer Photovoltaikanlage (link). Eine zu kleine Solaranlage verfehlt das Ziel, den Haushaltsbedarf zu decken, während eine überdimensionierte Anlage unnötige Kosten verursacht und das Einspeiseverhältnis verschlechtert. Nur die richtige Dimensionierung schafft die Balance zwischen hoher Eigenstromnutzung und optimaler Rendite. Eine exakt berechnete Anlage stellt sicher, das Sie mit Photovoltaik den Eigenverbrauch optimal abdecken und Sie unabhängig von Stromversorgern und den schwankenden Strompreisen auf dem Markt sind. 

Welche Auswirkungen hat eine zu große oder zu kleine Anlage?

Auswirkung auf Effizienzfinanzielle FolgeWirtschaftlichkeit
zu kleine Anlage
  • Eigenbedarf wird nicht gedeckt
  • Autarkiegrad bleibt niedrig
  • höhere Stromkosten durch zusätzlichen Netzbezug
  • sinkende Rentabilität durch geringe Einsparungen
zu große Anlage
  • es entstehen regelmäßige Überschüsse, die nicht selbst genutzt werden können
  • Einspeisung ins öffentliche Netz steigt
  • Überschussstrom muss eingespeist werden
  • Einspeisevergütung niedrig (2025 nur ca. 7,86 bis 12,47 Cent/kWh)
  • höhere Investitionskosten bei gleichzeitig schlechterer Amortisation

Sowohl Über- als auch Unterdimensionierung beeinträchtigen die Wirtschaftlichkeit, die Amortisationszeit und den Energieertrag Ihrer PV-Anlage. Wer die Solaranlage zu groß plant, erhält zwar mehr Strom, kann diesen aber in vielen Fällen nicht vollständig selbst verbrauchen.

Was bedeutet Überdimensionierung?

Überdimensionierung liegt vor, wenn eine PV-Anlage zu groß geplant ist und damit mehr Strom erzeugt, als Ihr Haushalt tatsächlich verbrauchen oder speichern kann. Häufig betrifft dies einzelne Komponenten, zum Beispiel zu groß ausgelegte Solarmodule. Diese produzieren dann mehr Strom als der Wechselrichter (Link) umwandeln und der Haushalt verbrauchen kann. Ein zusätzlicher Stromspeicher kann die Effizienz zwar teilweise verbessern, dennoch wird dauerhaft mehr Strom produziert und gespeichert, als verbraucht werden kann. Sowohl eine überdimensionierte Anlage als auch ein Batteriespeicher verursachen zusätzliche Kosten, wodurch sich die Amortisationszeit verlängert. Ein weiteres Risiko einer zu großen Anlage besteht im zusätzlichen steuerlichen und regulatorischen Aufwand. Ab einer Leistung von 30 Kilowattpeak gelten zum Beispiel andere steuerliche Regelungen, es können Meldepflichten entstehen und der bürokratische Aufwand steigt spürbar.

Typische Ursachen für Überdimensionierung

  • ungenaue Berechnung des Strom- oder Wärmebedarfs
  • fehlerhafte Dimensionierung der Photovoltaik-Komponenten (link) in Größe oder Leistung
  • fehlende oder unzureichende Solarberatung ohne individuelle Berechnung durch Fachbetriebe

Wie beeinflusst die Anlagengröße Wirtschaftlichkeit und Autarkiegrad?

Die Größe der PV-Anlage ist der entscheidende Faktor für Autarkie und Rentabilität. Der Autarkiegrad beschreibt den Anteil des Stromverbrauchs, der durch die eigene Anlage gedeckt wird. Je höher dieser Wert ist, desto geringer ist der Bezug von teurem Netzstrom und desto größer die Unabhängigkeit vom Energieversorger. Ein Autarkiegrad zwischen 30 und 40 Prozent gilt als wirtschaftlich sinnvoll. In diesem Bereich wird der Eigenverbrauch maximiert, ohne dass die Solaranlage überdimensioniert ist. Wird zusätzlich ein Batteriespeicher mit einer auf Ihren Bedarf errechneten Speicherkapazität installiert, steigen die Kosten für die PV-Anlage-Montage (Link), doch der Autarkiegrad kann auf bis zu 80 Prozent erhöht werden. Ein hoher Eigenverbrauch führt direkt zu einer spürbaren Stromkostenersparnis. Je mehr Ihres Bedarfs Sie selbst decken, desto schneller amortisiert sich die Anlage.



Welche Kenngrößen braucht man für die Berechnung?

  • Stromverbrauch in Kilowattstunde pro Jahr: Der aktuelle oder erwartete Jahresverbrauch ist die wichtigste Grundlage für die Anlagengröße. Nur wenn dieser Wert realistisch erfasst wird, lässt sich der Eigenbedarf mit der Anlage decken.
  • Anlagenleistung in Kilowattpeak (kWp): Dieser Wert gibt die maximale Spitzenleistung der Photovoltaikanlage unter optimalen Bedingungen an und ist ein zentraler Maßstab für den erwarteten Anlagenertrag.
  • Eigenverbrauchsanteil in Prozent: Je höher der geplante Eigenverbrauch, desto größer ist die Unabhängigkeit vom Stromversorger. Ab einem bestimmten Anteil kann sich auch die Integration eines Stromspeichers wirtschaftlich lohnen.
  • Komponente (z. B. Stromspeicher und Wechselrichter): Ein Stromspeicher ist optional, kann jedoch den Eigenverbrauch deutlich erhöhen. Der Wechselrichter muss auf die Anlagengröße abgestimmt sein, damit die erzeugte Energie effizient umgewandelt und genutzt werden kann.
  • Dachfläche: Die nutzbare Dachfläche bestimmt, wie viele Module überhaupt installiert werden können und welche Leistung dadurch erreichbar ist.
  • Dachausrichtung und -neigung: Eine südliche Ausrichtung bietet die besten Erträge. Auch Ost- und Westdächer können wirtschaftlich genutzt werden, insbesondere in Kombination mit Stromspeicher oder intelligenter Steuerung. Auch Verschattungen durch Bäume oder benachbarte Häuser müssen bei der Berechnung beachtet werden.
  • Region und Standortbedingungen: Die Sonneneinstrahlung variiert je nach Lage. In Süddeutschland sind Erträge von über 1.100 Kilowattstunden pro Kilowattpeak möglich, während im Norden eher 900 bis 1.000 Kilowattstunden realistisch sind.

Welche Rolle spielen Stromverbrauch, Dachfläche und Ausrichtung?

Diese Faktoren bilden das Fundament jeder soliden PV-Planung. Der Stromverbrauch bestimmt, wie viel Solarstrom Sie benötigen. Die verfügbare Dachfläche entscheidet, wie viel Modulfläche installiert werden kann. Und die Ausrichtung beeinflusst maßgeblich, wie effizient Ihre Module arbeiten. Ein hoher Stromverbrauch kann nicht gedeckt werden, wenn die Dachfläche zu klein ist. In solchen Fällen helfen Hochleistungsmodule, um einen höheren Anlagenertrag pro Quadratmeter zu erzielen. Andererseits: Eine ideale Südausrichtung bringt auch mit kleiner Fläche beachtliche Ergebnisse.

Was ist Kilowattpeak (kWp) und was sagt es aus?

Die Einheit Kilowattpeak (kWp) beschreibt die theoretische maximale Leistung einer Photovoltaikanlage unter idealen Voraussetzungen. Die sogenannten Standard-Testbedingungen (Standard Test Conditions) für Photovoltaik sind definiert als 1.000 Watt Einstrahlung pro Quadratmeter und 25 Grad Modultemperatur. Diese Bedingungen sind in der Praxis selten, aber sie bieten einen Vergleichswert, der auf gleiche Art und Weise erhhoben wurde, für verschiedene Anlagen und Module. Ein Kilowattpeak erzeugt in Deutschland je nach Standort zwischen 900 und 1.100 Kilowattstunde (kWh) Strom pro Jahr. In Süddeutschland liegt der Wert oft am oberen Ende, im Norden Deutschlands am unteren. Die tatsächliche Jahresproduktion hängt jedoch stark von Ausrichtung, Neigung, Verschattung und den eingesetzten Modulen ab.

Worin liegt der Unterschied zwischen Kilowattpeak und Kilowattstunde? 

Kilowattpeak (kWp) gibt die maximale Leistung einer PV-Anlage unter idealen Bedingungen an, während die Kilowattstunde (kWh) den tatsächlich erzeugten oder verbrauchten Strom über einen bestimmten Zeitraum beschreibt. Eine PV-Anlage mit 5 kWp kann bei optimaler Sonneneinstrahlung theoretisch 5 Kilowatt Leistung gleichzeitig erzeugen. Über das Jahr verteilt produziert diese Anlage je nach Standort zwischen 4.500 und 5.500 kWh Strom. Anders gesagt, beschreibt Kilowattpeak die Leistungsfähigkeit der Anlage zu einem bestimmten Zeitpunkt, während Kilowattstunde hingegen die reale Energiemenge über einen Zeitraum angibt. Diese Unterscheidung ist entscheidend für alle Berechnungen, etwa zur Amortisation der Anlage, zur Dimensionierung eines Stromspeichers oder zur Abschätzung des Eigenverbrauchs.

Was ist der Unterschied zwischen Netto- und Bruttobedarf?

Der Bruttobedarf beschreibt den gesamten Stromverbrauch eines Haushalts über ein Jahr, noch bevor Verluste durch Umwandlung, Speicherung oder Einspeisung berücksichtigt werden. Er gibt die theoretische Menge an Strom an, die insgesamt benötigt wird, unabhängig davon, wann er tatsächlich verbraucht wird. Der Nettobedarf hingegen zeigt, welchen Teil dieses Verbrauchs Ihre Photovoltaikanlage realistisch decken kann. Er beschreibt die Strommenge, die nach Abzug des selbst erzeugten PV-Stroms im Laufe eines Jahres noch aus dem öffentlichen Netz bezogen werden muss. Dabei werden Verluste durch Umwandlung im

  • Wechselrichter,
  • Speicherung im Akku oder
  • Einspeisung überschüssigen Stroms ins Netz

berücksichtigt. Wenn tagsüber nur wenig Strom verbraucht wird und kein zusätzlicher Speicher vorhanden ist, kann die PV-Anlage nur einen kleineren Anteil des Bedarfs direkt decken. Überschüssiger Strom wird in diesem Fall meist nur zu geringen Einspeisevergütungen ins Netz eingespeist. Für die optimale Dimensionierung einer PV-Anlage ist es daher entscheidend, den realistischen Tages- und Jahresverbrauch zu kennen und die Verluste durch Umwandlung, Speicherung und Einspeisung einzuplanen. So lässt sich die Anlage bestmöglich nutzen, der Eigenverbrauch erhöhen und die Amortisation deutlich verbessern.

PV-Anlage Dimensionierung: Welche Faustformel hilft bei der ersten Schätzung?

Für eine erste Orientierung, welche Leistung für Ihren Haushalt sinnvoll sein könnte, gilt folgende Faustformel:

1.000 kWh Stromverbrauch pro Jahr ≈ 1,0 bis 1,2 kWp PV-Leistung

Diese Faustregel basiert auf den allgemeinen Standortbedingungen in Deutschland. Eine 1-kWp-Anlage erzeugt hier im Schnitt zwischen 1.000 und 1.200 Kilowattstunde Strom pro Jahr. Der Wert berücksichtigt einen durchschnittlichen Haushaltsverbrauch und geht von einer PV-Anlage ohne Stromspeicher aus.

Wie berechne ich die ideale PV-Anlagengröße für mein Haus?

Für eine genauere Berechnung sollte nicht nur der aktuelle Verbrauch berücksichtigt werden, sondern auch mögliche Mehrverbräuche in der Zukunft, zum Beispiel durch ein E-Auto oder eine Wärmepumpe. Eine weitere verbreitete Faustformel für die Mindestgröße einer PV-Anlage lautet:

PV-Leistung (kWp) ≈ Jahresstrombedarf (kWh) × 2,5/spezifischer Ertrag (1.000 kWh/kWp)

Der Faktor 2,5 berücksichtigt einen angestrebten Autarkiegrad von 60 bis 80 Prozent sowie den zu erwartenden Mehrverbrauch durch Elektrifizierung in Bereichen wie Mobilität oder Heizen.

Beispielrechnung:

Ein Haushalt hat einen Jahresverbrauch von 4.500 kWh.

4.500 × 2,5/1.000 = 11,25 kWp

Die Anlage sollte in diesem Fall mindestens 11 kWp leisten, um einen hohen Eigenverbrauch zu erzielen und zukünftige Mehrverbräuche abzudecken.

Wie wird der Eigenverbrauchsanteil berechnet?

Der Eigenverbrauchsanteil beschreibt, welcher Teil des erzeugten Solarstroms im Haushalt selbst genutzt wird. Ein typischer Wert liegt ohne Speicher zwischen 20 und 30 Prozent. Bei sehr hohem Verbrauch und großer PV-Anlage ist sogar ein Eigenverbrauchsanteil von über 80 Prozent möglich, etwa bei Betrieben oder Haushalten mit Homeoffice und E-Auto.

Die Formel hierfür lautet:

(verbrauchter Solarstrom/Gesamterzeugung) × 100 = Eigenverbrauchsanteil (in Prozent)

Beispielrechnung:

Eine PV-Anlage erzeugt 5.000 kWh pro Jahr. Davon werden 3.000 kWh direkt im Haushalt genutzt.

3.000/5.000 × 100 = 60 Prozent

Der Eigenverbrauchsanteil liegt in diesem Fall bei 60 Prozent.

Faktoren zur Steigerung des Eigenverbrauchs

  • Stromspeicher ist der wirkungsvollste Hebel zur Eigenverbrauchssteigerung
  • Haushaltsgeräte tagsüber betreiben (z. B. Waschmaschine mit Timer)
  • PV-gesteuerte Wallbox zum Laden des E-Autos
  • smarte Steuerungssysteme für Heizung, Warmwasser und Ladegeräte

Die Formeln helfen dabei Größe Ihrer Solaranlage für Photovoltaik vorerst einzuschätzen, jedoch sollten Sie sich für eine umfangreiche und sorgfältige Berechnung, bei der alle notwendigen Einflussfaktoren berücksichtigt werden, an einen Fachbetrieb wenden. Der Profi hilft Ihnen, die optimale Anlage für Ihr Nutzungsverhalten und Ihren Standort zu planen und hat dabei auch die technischen Normen und Vorschriften im Blick. 



Wie viel kWp braucht man bei 3.000, 4.000 oder 5.000 kWh Jahresverbrauch?

Die folgenden Verbrauchswerte decken typische Privathaushalte ab. Je nach Verbrauch ergibt sich folgender Orientierungsrahmen:

Jahresverbrauchempfohlene PV-Leistung
3.000 Kilowattstunden3 bis 4 Kilowattpeak
4.000 Kilowattstunden5 bis 6,7 Kilowattpeak
5.000 Kilowattstunden5 bis 7 Kilowattpeak

Die höhere Spannbreite berücksichtigt Speicher, Eigenverbrauchsoptimierung und regionale Unterschiede. In Süddeutschland kann eine kleinere Anlage dieselbe Menge Strom liefern wie eine größere im Norden. Haushalte mit Wärmepumpe, E-Auto oder vielen Personen können unter Umständen auch mehr als 5.000 Kilowattstunde jährlich verbrauchen. In diesen Fällen sind 7 bis 10 Kilowattpeak PV-Leistung sinnvoll, ganz abhängig von der Dachfläche und dem Tagesverbrauchsprofil.

Wie wirken sich Wärmepumpe, Wallbox oder Batteriespeicher auf die Anlagengröße aus?

Planen Sie Ihre PV-Anlage mit einer Wärmepumpe, einer E-Ladestation oder einem Speicher zu verbinden, dann steigt der Strombedarf. Ein Speicher mit intelligneter Steuerung verbessert die Eigenverbrauchsquote, da der erzeugte Strom jetzt auch für die spätere Nutzung gespeichert werden kann. Auch eine Wallbox, die tagsüber PV-Strom nutzt, oder eine Wärmepumpe, die in der Mittagssonne Wärme produziert, optimieren die Anlagennutzung erheblich. Zur Orientierung hier die Mehrverbräuche typischer Zusatzgeräte:

  • Wärmepumpe: zusätzliche 3.000 bis 6.000 Kilowattstunde pro Jahr (abhängig von Effizienz und Hausdämmung)
  • E-Auto: zusätzliche 2.000 bis 3.000 Kilowattstunde pro Jahr (abhängig von Fahrleistung und Ladeverhalten)
  • Batteriespeicher: beeinflusst nicht den Verbrauch, aber den Eigenverbrauchsanteil (Erhöhung um bis zu 80 Prozent möglich)
UNSER TIPP:
Wenn Sie eine Wärmepumpe oder Wallbox planen, prüfen Sie, ob Ihre PV-Anlage mit einer Smart-Grid-Ready-Schnittstelle arbeiten kann. Damit lassen sich Verbraucher intelligent mit der Stromerzeugung koppeln, wodurch die Effizienz Ihrer Anlage noch weiter steigt.

Welche Rolle spielt die verfügbare Dachfläche?

Je mehr nutzbare Dachfläche Ihnen zur Verfügung steht, desto mehr Solarmodule und damit Leistung können installiert werden. Entscheidend sind dabei nur die Bereiche, die schattenfrei, zugänglich und nicht durch Gauben, Schornsteine oder andere Hindernisse unterbrochen sind. Ein typisches Einfamilienhaus bietet im Schnitt für 5 bis 10 Kilowattpeak, abhängig vom Dachtyp. Flachdächer eröffnen andere Möglichkeiten als Satteldächer, benötigen jedoch häufig mehr Fläche aufgrund der Modulaufständerung. Durch eine Ost-/West-Aufständerung lassen sich dabei auf Flachdächern oft bis zu 20 Prozent mehr Module unterbringen als bei Südausrichtung, da der Reihenabstand kleiner ausfallen kann. Dadurch lässt sich die Leistung auf gleicher Fläche steigern.

Wie viel Platz braucht 1 kWp Solarmodulleistung?

Für 1 Kilowattpeak PV-Leistung werden etwa 5 bis 7 Quadratmeter Modulfläche benötigt. Bei einer 5 kWp-Anlage entspricht das rund 25 bis 35 Quadratmeter, bei 10 kWp sind es etwa 50 bis 60 Quadratmeter. Der genaue Platzbedarf hängt jedoch stark von der Modulgröße, der Technik und dem Befestigungssystem ab. Hochleistungsmodule mit 400 Watt benötigen circa 2,5 Quadratmeter pro Modul, Module mit geringerer Leistung entsprechend mehr. Hochleistungsmodule ermöglichen mehr Leistung pro Quadratmeter, kosten jedoch meist etwas mehr. Monokristalline Module sind hierbei effizienter und benötigen weniger Platz als polykristalline. Wer nur begrenzte Dachflächen zur Verfügung hat, sollte daher auf diese Technik setzen. Auch bei Teilverschattung oder schwierigen Dachbedingungen sind leistungsstarke Module mit gutem Schwachlichtverhalten vorteilhaft. Die Investition lohnt sich insbesondere bei begrenzter Fläche oder komplexen Dachstrukturen, da die Modulwahl die Dachnutzung und die Gesamtleistung der Anlage entscheidend beeinflusst.

Wie viel kWp passen realistisch aufs Dach?

Auf einem typischen Einfamilienhaus lassen sich 5 bis 10 kWp gut umsetzen, in Sonderfällen auch bis 15 kWp. Entscheidend ist nicht nur die Gesamtfläche, sondern deren Nutzbarkeit ohne Schatten oder Hindernisse. Bei der Installation auf einem Flachdach muss zudem auch Platz für die Modulaufständerung einberechnet werden. Dafür lassen sich Ausrichtung und Neigung freier wählen, was den Ertrag trotz geringerer Leistung pro Quadratmeter verbessern kann. Ein Dach mit 40 Quadratmeter nutzbarer Fläche bietet Platz für etwa 7 bis 8 kWp. Hochleistungsmodule mit 400 Watt benötigen rund 2,5 Qudartmeter pro Modul, sodass 16 Module auf 40 Quadrametern untergebracht werden können. Ältere oder kleinere Module benötigen entsprechend mehr Fläche. Auch Modulabstand, Dachausrichtung und Abstände zu Gauben beeinflussen das Ergebnis.

Wie beeinflussen Neigung, Ausrichtung & Standort die Berechnung?

Neigung, Ausrichtung und Standort einer Photovoltaikanlage haben einen entscheidenden Einfluss auf den jährlichen Energieertrag. Die optimale Dachneigung für maximale Stromproduktion liegt in Deutschland in der Regel zwischen 30 und 37 Grad, und die beste Ausrichtung ist natürlich nach Süden. Auch bei Abweichungen von diesen Idealwerten kann die Anlage noch effizient Strom erzeugen, insbesondere wenn ein Speicher integriert ist, der die Nutzung von selbst erzeugtem Strom optimiert. Der Standort bestimmt die sogenannte Globalstrahlung, also die Gesamtmenge der Sonnenenergie, die pro Jahr auf die Module fällt. In Süddeutschland ist der Ertrag pro Kilowattpeak häufig bis zu 20 Prozent höher als im Norden. Zusätzlich wirken sich Höhenlage und lokale Wetterbedingungen, wie Nebelhäufigkeit oder häufig bewölkte Tage, auf die Stromproduktion aus.

GUT ZU WISSEN:
Während in Freiburg oder München 1 Kilowattpeak bis zu 1.100 Kilowattstunde jährlich erzeugt, sind es in Hamburg oder Kiel meist 900 bis 950 Kilowattstunde. In Regionen mit vielen Nebeltagen (etwa Flusstäler) kann der Ertrag ebenfalls geringer sein. Für präzise Prognosen nutzen Solarteure satellitengestützte Einstrahlungsdaten des Deutschen Wetterdienstes.

Was ist mit Gauben, Schornsteinen oder Schattenwurf?

Teilverschattungen durch Dachaufbauten oder umliegende Bäume reduzieren den Ertrag oft erheblich. Zur Ertragsoptimierung können spezielle Technologien wie Mikrowechselrichter oder Leistungsoptimierer eingesetzt werden, die jedes Modul einzeln steuern. Zudem ist eine sorgfältige Planung entscheidend: Problematische Bereiche können ausgespart oder gezielt belegt werden. Moderne Planungstools simulieren Sonnenverläufe und Schattenwurf minutengenau, sodass die optimale Modulbelegung inklusive Teilstrings und Moduloptimierern berechnet werden kann. So lassen sich auch schwierige Dächer wirtschaftlich nutzen.

Sollte ein Stromspeicher bei der Planung berücksichtigt werden?

Ein Stromspeicher erhöht den Eigenverbrauch und senkt den Netzbezug, wodurch die Autarkie steigt. Besonders bei Ost-/West-Ausrichtungen oder Haushalten mit Verbrauchsspitzen am Abend ist ein Speicher sinnvoll, da er tagsüber erzeugten Strom für den Abend speichert. Die Wirtschaftlichkeit hängt von

  • Speichergröße,
  • Nutzungsmuster,
  • Strompreis und
  • Förderprogrammen

 ab. Mit einem Speicher lässt sich der Eigenverbrauch auf bis zu 80 Prozent erhöhen. Die Investition amortisiert sich in der Regel nach 8 bis 12 Jahren, da Stromkosten eingespart werden. Zudem erlaubt ein Speicher eine größere Anlagendimensionierung, da überschüssiger Strom zwischengespeichert und später genutzt werden kann. Ohne Speicher muss die Energie hingegen sofort verbraucht oder ins Netz eingespeist werden, was die Wirtschaftlichkeit größerer Anlagen einschränkt.

Wie groß muss der Speicher im Verhältnis zur PV-Anlage sein?

Ein grober Richtwert lautet, dass ein Speicher im Schnitt 1 Kilowattstunde Speicherkapazität pro 1 Kilowattpeak PV-Leistung haben sollte. Damit ist sichergestellt, dass der Speicher die typische Tagesproduktion einer Anlage aufnehmen kann. In der Praxis hängt die optimale Größe vom Verbrauchsverhalten ab. Bei hohem Abendverbrauch oder wenig Tagesnutzung kann der Speicher ruhig etwas größer ausfallen. Auch saisonale Unterschiede müssen bedacht werden, da der Etrag im Winter niedriger ist, der Verbrauch (z. B. durch Wärmepumpen) aber höher.

Faustwerte für gängige Haushaltsgrößen

  • 3 Kilowattpeak PV: 3 bis 4 Kilowattstunde Speicher
  • 5 Kilowattpeak PV: 5 bis 6 Kilowattstunde Speicher
  • 8 Kilowattpeak PV: 6 bis 10 Kilowattstunde Speicher

Wichtig ist die Abstimmung mit dem Tagesprofil. Wer tagsüber viel Strom verbraucht, zum Beispiel durch das Arbeiten im Homeoffice, braucht weniger Speicher. Wer vor allem morgens und abends verbraucht, profitiert stärker von größeren Speichern.

Ist eine Kombination aus PV und Speicher immer sinnvoll?

Die Kombination aus Photovoltaik und Speicher bietet zahlreiche Vorteile:

  • höherer Eigenverbrauch
  • mehr Autarkie vom Stromnetz
  • bessere Nutzung der erzeugten Energie

Die Rentabilität hängt jedoch stark von Verbrauchsprofil, Strompreisentwicklung, Speicherpreis und möglichen Förderungen ab. Besonders attraktiv ist die Kombination für:

  • berufstätige Haushalte mit abendlichem Strombedarf
  • Nutzer von Elektroautos mit Nachtladung
  • Haushalte mit Ost-/West-Dach
  • Besitzer von Wärmepumpen, die auch nachts laufen

Der wirtschaftliche Vorteil entsteht durch die eingesparte Netzstromrechnung, die sich über Jahre gegenüber den Investitionskosten amortisiert. Ein Speicher kann auch nachträglich installiert werden, wodurch sich die Wirtschaftlichkeit einer bestehenden PV-Anlage zu einem späteren Zeitpunkt verbessern lässt. Sie sollten sich frühzeitig über über die möglichen Förderprogramme für die Installation von Solaranlagen auf staatlicher aber auch regionaler Ebene informieren, um so Ihre Kosten zu senken.

Welche Auswirkungen hat ein Speicher auf Eigenverbrauch und Netzbezug?

Ein Stromspeicher ermöglicht es mehr Solarenergie flexibel zu nutzen und verringert dadurch die Abhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz. Mehr selbst erzeugter Strom bleibt im Haushalt und reduziert die Kosten für eingekauften Strom. Besonders bei Verbrauchsspitzen am Abend entfaltet der Speicher sein volles Potenzial. Tagsüber erzeugte Energie wird zwischengespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt genutzt.

GUT ZU WISSEN:
Lithium-Eisenphosphat-Speicher ( iFePO4 bzw. LFP) gelten derzeit als die langlebigste Speichertechnologie für Haushalte, mit bis zu 6.000 Ladezyklen und sehr geringem Brandrisiko.

Gibt es Tools oder Rechner zur PV-Größenberechnung?

Es gibt eine Reihe von Solarrechnern online, die eine erste Einschätzung der idealen PV-Größe ermöglichen. Besonders empfehlenswert sind Tools mit regionalen Einstrahlungsdaten, Ertragssimulation und Verbrauchsprofil. Die Verbraucherzentrale sowie einige regionale Stadtwerke bieten zum Beispiel Solarrechner für die erste Abschätzung der Anlagengröße an. Diese Tools liefern erste Richtwerte, ersetzen jedoch keine professionelle Simulation. Individuelle Besonderheiten wie Verschattung, Dachstruktur oder zukünftige Verbraucher können nur grob berücksichtigt werden. 

Tipps für die Nutzung

  • Online-Tools sind ideal für den Einstieg und die erste Planung.
  • Sie beantworten Fragen wie: „Wie viel Kilowattpeak brauche ich?“, „Wie viel Fläche wird benötigt?“ oder „Wie viel Strom kann ich erzeugen?“
  • Für komplexe Dächer, Speicherlösungen oder Förderstrategien sollte immer ein Fachbetrieb oder Energieberater hinzugezogen werden. 

PV-Anlage Größe: Wann sollte ein Energieberater oder Solarteur einbezogen werden?

Sobald Sie ernsthaft über eine PV-Anlage nachdenken, sollte ein Fachberater ins Spiel kommen. Die frühzeitige Einbindung eines Solarteurs oder Energieberaters stellt sicher, dass Ihre Anlage technisch, wirtschaftlich und rechtlich optimal geplant wird, ohne kostspielige Fehlentscheidungen. Eine professionelle Beratung ist zudem oft Voraussetzung für einen erfolgreichen Förderantrag. Ein Fachplaner analysiert dabei folgende Aspekte: 

  • Dach und Verbrauch
  • Netzanschluss
  • Fördermöglichkeiten und steuerliche Aspekte
  • Simulation des Autarkiegrads
  • Ertragsprognosen

Vorteile professioneller Beratung

  • realistische Wirtschaftlichkeitsrechnung
  • Anlagenvorschlag inklusive Speicher- und Modulwahl
  • Aussagen zur Amortisation und Rentabilität
  • Unterstützung bei Förderanträgen und Netzanschluss

Dieser Rundum-Service durch eine Profi verursacht zwar zusätzliche Kosten, jedoch können Sie nur so kostspielige Planungsfehler vermeiden.

Wie genau funktioniert die Simulation zur Anlagenplanung?

Eine professionelle Simulation berücksichtigt alle relevanten Parameter wie Verbrauch, Standort, Dachausrichtung, Verschattung, Modulwahl, Speicher und Lastprofil. Am Ende erhalten Sie eine individuelle Ertragsprognose, die zeigt:

  • Stromerzeugung pro Monat
  • Höhe des Eigenverbrauchs
  • Reduzierung des Netzbezugs
  • Entwicklung von Investition, Ersparnis und Amortisation

Es ist sinnvoll, auch ein ungünstiges Szenario durchrechnen zu lassen, zum Beispiel bei geringerem Ertrag oder höherem Verbrauch. So lässt sich erkennen, wie robust Ihre Investition gegenüber Markt- und Wetterrisiken ist.

Was sollte bei der zukünftigen Stromverbrauchsplanung mitgedacht werden?

Bei der Dimensionierung einer PV-Anlage sollte nicht nur der aktuelle, sondern auch der zukünftige Strombedarf berücksichtigt werden. Ein Haushalt mit heute 3.000 kWh Jahresverbrauch kann durch Wärmepumpe, Wallbox oder Homeoffice in wenigen Jahren leicht über 6.000 kWh benötigen. Wer diesen Mehrbedarf bei der Planung nicht berücksichtigt, riskiert teure Nachrüstungen oder eine dauerhaft zu kleine Anlage. Eine spätere Erweiterung ist oft technisch möglich, kann aber durch Wechselrichterbegrenzungen, begrenzter Dachfläche oder regulatorische Vorgaben mit einem gewissen Planungsaufwand verbunden sein. Planen Sie Ihre Anlage mit Blick in die Zukunft und berücksichtigen Sie modulare Speichererweiterungen.

Welche Rolle spielt die geplante Lebensdauer der Anlage bei der Dimensionierung?

Photovoltaikanlagen haben eine Lebensdauer von mindestens 25 bis 30 Jahren, Module liefern auch danach oft weiter Strom. Wechselrichter und Speicher müssen meist nach 10 bis 15 Jahren ersetzt werden, die Grundinfrastruktur bleibt jedoch bestehen. Wer zu knapp dimensioniert, verringert die Einsparmöglichkeiten, weshalb sich nur eine individuell geplante Anlage langfristig auszahlt. Schon geringe Mehrleistungen führen über 25 Jahre zu Tausenden Kilowattstunden zusätzlichem Strom und verbessern die Umweltbilanz.

Wie unterscheidet sich die Planung bei Neubauten und Bestandsgebäuden?

Bei Neubauten kann die PV-Anlage von Anfang an in Architektur und Haustechnik integriert werden, was Kosten spart und die Nutzung optimiert. Wechselrichter, Speicher, Leitungswege und Dachneigung lassen sich perfekt aufeinander abstimmen. Bei Bestandsgebäuden müssen vorhandene Strukturen berücksichtigt werden, wie alte Dacheindeckungen, Statik, begrenzte Leitungsführung oder bestehende Stromanschlüsse. Die Integration in bestehende Systeme kann zusätzliche Kosten verursachen. Nutzen Sie den Neubau oder die Sanierung Ihres Hauses für die Integration von Photovoltaik, Speicher und Wärmepumpe und informieren Sie sich rechtzeitig über mögliche Fördermittel und den aktuellen Voraussetzungen.

Wie wirkt sich die Größe der PV-Anlage auf Kosten & Förderungen aus?

Mit zunehmender Anlagengröße sinken die spezifischen Kosten pro Kilowattpeak, da fixe Aufwände wie Gerüst, Planung oder Anschlüsse auf mehr Leistung verteilt werden. Gleichzeitig steigen die Verhandlungsspielräume, insbesondere bei Direktkauf. Auch Förderungen und Vergütungsmodelle orientieren sich häufig an der Anlagengröße. So gibt es je nach Leistungsklasse unterschiedliche Regelungen bei der Einspeisevergütung oder bei technischen Vorgaben. In einigen Bundesländern werden zudem Speicher in Kombination mit größeren Anlagen gesondert gefördert. Wer also eine PV-Anlage plant, sollte die Größe nicht nur an den aktuellen Verbrauch anpassen, sondern auch wirtschaftliche und förderrechtliche Aspekte berücksichtigen.

Welche Preisunterschiede gibt es je nach kWp?

Solarleistungdurchschnittlicher Preis pro Kilowattpeak
4 bis 6 Kilowattpeak1.200 bis 1.700 Euro
7 bis 9 Kilowattpeak1.100 bis 1.500 Euro
10 bis 15 Kilowattpeak950 bis 1.300 Euro

Je größer die Anlage, desto geringer der Anteil der fixen Kosten für eine PV-Anlage (link). Diese Preisstaffelung ist auf die Skaleneffekte zurückzuführen, die bei größeren Anlagen auftreten. Fixkosten wie Planung, Anfahrt und Netzanschluss verteilen sich auf eine größere Anzahl von Kilowattpeak, was zu geringeren Durchschnittskosten pro Einheit führt. Auch die Verhandlungsspielräume steigen mit der Anlagengröße, insbesondere bei Direktkauf statt Miet- oder Contracting-Modellen.

Wo liegt die wirtschaftliche Mitte bei Größe vs. Amortisation?

Der wirtschaftliche Mittelweg einer Photovoltaikanlage liegt dort, wo Investitionskosten, Eigenverbrauch und Einspeisung optimal aufeinander abgestimmt sind. Eine zu kleine Anlage deckt nur einen Teil des Strombedarfs, wodurch viel Einsparpotenzial ungenutzt bleibt. Eine überdimensionierte Anlage produziert dagegen Strom, der nicht vollständig selbst genutzt werden kann, wodurch die Wirtschaftlichkeit sinkt. Die optimale Anlagengröße orientiert sich am tatsächlichen Verbrauchsprofil, berücksichtigt künftige Entwicklungen wie E-Auto oder Wärmepumpe und ermöglicht eine sinnvolle Amortisation. Typischerweise liegt die Amortisationszeit gut geplanter Anlagen zwischen 10 und 15 Jahren, abhängig von Verbrauch, Strompreisentwicklung und Eigenverbrauchsquote. So entsteht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Investitionskosten, Rentabilität und langfristiger Versorgungssicherheit.

Was gilt für steuerliche Regelungen?

Seit 2023 gilt, dass Photovoltaikanlagen bis 30 Kilowattpeak von der Einkommensteuer befreit sind. [1] Auch die Umsatzsteuer entfällt, da PV-Anlagen mit 0 Prozent Mehrwertsteuer verkauft werden. Die Grenze von 30 Kilowattpeak bezieht sich immer auf die Gesamtleistung aller Anlagen einer steuerpflichtigen Person. Wird die festlegte Leistungsgrenze jedoch überschritten, greift die Einkommensteuerpflicht mit allen damit verbundenen Pflichten wie Gewinnermittlung, Abschreibung und Vorsteuerabzug. Unter Umständen kann auch Gewerbesteuer anfallen. Für die meisten privaten Haushalte ist die 30-Kilowattpeak-Grenze daher die wirtschaftlich und bürokratisch sinnvolle Obergrenze. Für eine vierköpfige Familie liegt zudem die ideale Anlagengröße in der Regel im Schnitt zwischen 5 und 10 Kilowattpeak, ganz abhängig von Stromverbrauch, E-Auto oder Wärmepumpe. Damit bleibt man deutlich unterhalb der steuerlichen Grenze und hat dennoch genügend Kapazität, um den Eigenverbrauch gut abzudecken.



Fazit

Die richtige Dimensionierung einer PV-Anlage ist entscheidend für Wirtschaftlichkeit, Autarkie und Versorgungssicherheit. Wer zu klein plant, bleibt stark vom Netz abhängig. Wer zu groß plant, bindet unnötig Kapital. Der optimale Bereich liegt dazwischen: realistisch kalkuliert, am Bedarf orientiert und offen für zukünftige Entwicklungen. Eine optimal dimensionierte PV-Anlage sorgt nicht nur für höhere Unabhängigkeit und effizienten Eigenverbrauch, sondern steigert langfristig auch die Rendite Ihrer Investition, da die eingesparten Stromkosten und mögliche Förderungen die Anfangsinvestition über die Jahre ausgleichen. Deshalb braucht eine sorgfältige Planung Weitblick und fachliche Expertise. Online-Rechner geben einen ersten Anhaltspunkt, doch erst eine professionelle Simulation zeigt das volle Potenzial. Achten Sie auf Förderungen, steuerliche Rahmenbedingungen und ziehen Sie bei Unsicherheiten unabhängige Beratung hinzu. Denn am Ende zählt nicht die maximale Größe der Solaranlage, sondern ihre Effizienz.

PV-Anlage Größe berechnen: Häufig gestellte Fragen

Lohnt sich eine PV-Anlage auch bei Ost- oder Westausrichtung?

Auch Ost-/West-Dächer liefern einen wirtschaftlichen Ertrag. Die Stromproduktion verteilt sich gleichmäßiger über den Tag, was den Eigenverbrauch steigert. Mit einem Speicher lässt sich die Effizienz zusätzlich erhöhen.

Welche Module eignen sich bei wenig Dachfläche?

Für kleine Dächer sind Hochleistungsmodule mit mehr als 400 Watt Leistung empfehlenswert. Sie benötigen weniger Fläche und liefern dennoch einen hohen Ertrag. Für begrenzte oder komplex geschnittene Dachflächen kann Sie ein Profi entsprechend beraten. Sie können zudem auch auf andere Installationflächen ausweichen, denn Module lassen sich zum Beispiel auch auf Hausfassaden installieren.

Kann ich meine PV-Anlage nachträglich erweitern?

Technisch ist das in vielen Fällen machbar, solange ausreichend Dachfläche vorhanden sind und auch die verbauten technischen Komponenten hierfür ausgelegt sind. Achten Sie bei einer Erweiterung zudem darauf, dass die 30-Kilowattpeak-Grenze nicht überschritten wird, um weiterhin von den steuerlichen Vorteile zu profitieren. Lassen Sie sich hierbei von einem Solateur ausführlich beraten.

Wie viele Module brauche ich für eine 5-Kilowattpeak-Anlage?

Je nach Leistung benötigen Sie rund 10 bis 15 Module, wobei bei 400-Watt-Modulen 12 bis 13 Modulen im Schnitt reichen. Der Platzbedarf liegt bei etwa 25 bis 30 Quadratmetern, je nach Modulgröße, Abständen und Aufteilung auf dem Dach.

Quellen

[1] Einkommensteuergesetz (EStG) § 52 Anwendungsvorschriften. (o. J.). Gesetze-im-internet.de. Abgerufen 24. September 2025, von https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__52.html

Über unsere*n Autor*in
Kathrina Haunfelder
Kathrina studiert zurzeit Technikjournalismus und Technik-PR. Im Studium eignete Sie sich bereits die grundlegenden Kompetenzen in den Bereichen Print-, Online-, Hörfunk- und TV-Journalismus mit dem Schwerpunkt Technik an. Vor ihrem Studium absolvierte Sie eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin.